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Schriftliche Prüfung vom 20.03.2024 - Kommentar

06.04.2024

Auffällig bei der schriftlichen März-Prüfung 2024 waren insbesondere die Formulierungen von 5 Fragen (Verneinungen) sowie 2 neue Fragen zur Gesetzeskunde bzw. Berufsordung und zur Vergütung des HP Psychotherapie. Die Fragen sind weiter unten aufgeführt.

Es wurden alle Störungsgebiete in ungefähr gleicher Gewichtung abgefragt, keine Frage gab es zu Psychopharmaka.


Die folgenden Prüfungsfragen mussten aufgrund der Formulierung genau gelesen werden:


Frage 1: Mehrfachauswahl (wählen Sie 2 Antworten):

Welche Aussagen sind falsch?

A) Die häufigste altersunabhängige Ursache für ein Delir ist ein Flüssigkeitsmangel.

B) Eine psychotische Störung ist immer dauerhafter Natur.

C) Ein Delirium tremens kann lebensbedrohlich sein.

D) Eine Heilpraktikerin/ein Heilpraktiker kann bei einer ambulanten Psychotherapie gefährdet sein, etwa bei Impulskontrollverlust oder sonstigen Erregungszuständen einer Patientin/eines Patienten.

E) Ein Delir oder Delirium ist ein Zustand von akuter Verwirrtheit.

Richtige Antworten: A) und B)

 

Frage 2: Mehrfachauswahl (wählen Sie 2 Antworten):

Welche der Begriffe gehören nicht zur Gesprächsführung nach Carl Rogers?

A) Empathie

B) Akzeptanz

C) Suggestivfragen

D) Rhetorische Fragen

E) Kongruenz

Richtige Antworten: C) und D)

 

Frage 3: Einfachauswahl:

Welche Aussage ist falsch?

A) Merkfähigkeitsstörungen findet man sehr häufig bei organischen Hirnerkrankungen und Demenz.

B) Bei einer Schizophrenie gehören Störungen des Affekts typischerweise nicht zum Krankheitsbild.

C) Bei formalen Denkstörungen handelt es sich unter anderem um Störungen des Denkablaufs.

D) Störungen des Affektes finden sich häufig bei bipolaren Störungen.

E) Der Mutismus gehört zu den Störungen des Antriebs und der Psychomotorik.

Richtige Antwort: B)

 

Frage 4: Einfachauswahl:

Welche der genannten Antworten ist falsch?

A) Bei einer somatoformen Störung beklagen die Betroffenen körperliche Beschwerden, für die aber keine körperlichen Ursachen zu finden ist.

B) Patientinnen/Patienten mit einer somatoformen Störung suchen in der Regel immer wieder Ärztinnen und Ärzte oder andere Beteiligte des Gesundheitssystems auf, weil sie weiterhin unter ihren Beschwerden leiden, aber niemand eine körperliche Erkrankung feststellt.

C) Die hypochondrische Störung gehört nicht zu den somatoformen Störungen.

D) Typisch für eine Somatisierungsstörung ist die Schilderung häufig wechselnder Krankheitszeichen.

E) Bei somatoformen Störungen ist eine psychotherapeutische Behandlung indiziert.

Richtige Antwort: C)

 

Frage 5: Mehrfachauswahl (wählen Sie 2 Antworten):

Welche Aussagen zur Verhaltenstherapie sind falsch?

A) Die Verhaltenstherapie basiert auf Erkenntnissen der modernen Lerntheorie.

B) Der Begriff "Verhalten" umfasst dabei nur das von außen beobachtbare Verhalten und die körperlichen Reaktionen.

C) Die kognitive Verhaltenstherapie umfasst auch Denkmuster und die gedankliche Bewertung des Erlebten.

D) Eine Verhaltenstherapie kann bei Suchterkrankungen indiziert sein.

E) Die Verhaltenstherapie ist stets direktiv ausgerichtet, das zugrunde liegende Problem wird vom Behandler erarbeitet und von ihm gesteuert bearbeitet.

Richtige Antworten: B) und E)

 

Nachfolgend 2 neue Fragen zur Gesetzeskunde bzw. Berufsordnung und zur Vergütung des HP Psychotherapie:

 

Frage 1: Aussagenkombination:

Welche Aussagen sind richtig?

1) Das Führen der Berufsbezeichnung "Heilpraktiker" wird durch das Heilpraktikergesetz (HeilprG) geregelt.

2) Das Führen der Berufsbezeichnung "Heilpraktiker/in, beschränkt auf das Gebiet der Psychotherapie" wird durch das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) geregelt.

3) Die Weiterbildungspflicht wird in der Berufsordnung für Heilpraktiker (BOH) erwähnt.

4) Die Verabreichung von Betäubungsmitteln wie Fentanyl wird durch das Arneimittelgesetz (AMG) geregelt.

5) Die Meldung von ansteckenden Geschlechtskrankheiten wird durch das Infektionsschutzgesetz (IfSG) geregelt.

 

A) Nur die Aussagen 1, 3 und 5 sind richtig

B) Nur die Aussagen 2, 4 und 5 sind richtig

C) Nur die Aussagen 1, 2 und 4 sind richtig

D) Nur die Aussagen 1 und 5 sind richtig

E) Alle Aussagen sind richtig

Richtige Antwort: A)

 

Anmerkungen:

zu 3): die Weiterbildungspflicht steht im Art. 5 der BOH (im Internet zu finden)

zu 4): Fentanyl (ein opioidhaltiges Schmerzmittel) unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG).

 

Frage 2: Aussagenkombination:

Welche Aussagen zur Vergütung sind richtig?

1) Die Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH) gilt auch für Tätigkeiten auf dem Gebiet der Psychotherapie.

2) Der Heilpraktiker/die Heilpraktikerin darf die Höhe der Vergütung frei festlegen.

3) Der Heilpraktiker/die Heilpraktikerin benötigt eine Zulassungsnummer von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, um die Abrechnung mit gesetzlich versicherten Patienten zu gewährleisten.

4) Mit privatversicherten Patienten rechnet der Heilpraktiker/die Heilpraktikerin ebenfalls über die Kassenärztliche Vereinigung ab.

5) Abweichende Vereinbarungen (z. B. ein Ausfallhonorar) sind nicht zulässig.

 

A) Nur die Aussagen 1 und 2 sind richtig

B) Nur die Aussagen 1 und 3 sind richtig

C) Nur die Aussagen 3 und 4 sind richtig

D) Nur die Aussagen 1, 2, 3 und 5 sind richtig

E) Alle Aussagen sind richtig

Richtige Antwort: A)